Burg Vondern

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Die Geschichte der Burg Vondern

Burg Vondern und ihre Geschichte

Das älteste historische Bauwerk Osterfelds ist die Burg Vondern, auch Schloss oder Haus Vondern genannt. Sie liegt zwischen dem Schienengewirr eines der größten und modernsten Verschiebebahnhöfe unseres Landes im Norden und den restlichen Betriebsanlagen der stillgelegten Zeche Vondern im Osten und der Bundesautobahn A42 im Süden. Sie ist eines der bedeutendsten geschichtlichen Wahrzeichen unserer Stadt.

Über den Ursprung dieses Rittersitzes ist nichts Näheres berichtet, da die ältesten Quellen erst Nachrichten aus dem 13. Jahrhundert überliefern. Einige Hinweise auf Vonderns Entstehungsgeschichte ergaben Grabungen, die in Räumen der Vorburg ausgestellt sind.
Burg Vondern
Vondern ist wahrscheinlich eine Fliehburg gewesen, die von den Bewohnern der ältesten Siedlungen in der Umgebung des heutigen Osterfeld im Sumpfwald der Emscheraue auf einem Hügel errichtet worden ist. Sie bot den damaligen Menschen in Notzeiten Zuflucht und Sicherheit, denn sie war mit Wall und Graben umgeben. Obwohl die ersten dürftigen Anlagen nur aus Fachwerkbauten bestanden haben, reichten sie zur Abwehr von Speer und Pfeil völlig aus. Während des Mittelalters wurden die Wehreinrichtungen der fortschreitenden Waffentechnik angepasst. Als sich zu Beginn des 16. Jahrhunderts die gotische Bauweise auch im Burgenbau auswirkte, "erstand als erstes gotisches Bauwerk auf vestischer Erde, als erster gotischer Profanbau Westfalens Burg Vondern."

Als machtvoller Zeuge mittelalterlicher Feudalherrschaft steht sie heute in einer ihr fremden, feindlichen Welt und ist als Kulturdenkmal nicht nur der Betrachtung, sondern auch der Erhaltung wert!

Die Herren von Vondern

Burg Vondern wurde von einem Geschlecht gleichen Namens bewohnt, das wahrscheinlich ein Zweig des alten Bauerngeschlechtes ist, das den Hof Vondern im heutigen Vonderort besaß.
Das später errichtete Haus Vondern dürfte von diesem Bauernhofe Namen und Besitzer erhalten haben; denn die Höfe sind älter als die Befestigungsanlagen.

Der erste uns bekannte Träger dieses Namens ist Ritter Gerlach von Vondern. Er erscheint vor genau 800 Jahren 1162 in einer Urkunde, in welcher der Graf Dietrich von Kleve eine Schenkung an das Kloster Bedburg macht. Im folgenden Jahrhundert finden wir andere Mitglieder des Geschlechtes in Diensten der Grafen von Kleve. Es werden urkundlich erwähnt: Diederich 1203, Theoderich als Bürge, Rat und Zeuge zwischen 1260 und 1292, die Brüder Cäsar und Gerhard von Vondern 1282 und Burchard von Vondern in den Jahren von 1292 bis 1299. Sie alle sind Gefolgsleute der Grafen von Kleve. Andere Mitglieder der Familie finden wir in geistlichen Stiften, wo sie ebenfalls angesehene Stellungen bekleiden.

Die erste Nachricht über einen Vertreter dieses Geschlechtes auf Haus Vondern bringt uns das Jahr 1266. In diesem Jahr verkaufen die Kanoniker der Kirche zu Essen "Gerhard de Von deren und seiner Frau „Elizabeth don um sive Bona in vonderen", "Haus und Güter in Vondern", die bisher für eine Jahresabgabe von 4 Malter Weizen die gleichen Güter in Pacht hatten. Damals hat Vondern in einem Abhängigkeitsverhältnis zur Essener Kirche gestanden. über den ursächlichen Zusammenhang ist nichts bekannt.

Aus einer Handschrift, die etwa aus dem Jahr 1340 stammt, geht andererseits eindeutig hervor, daß Haus und Hof Vondern nicht Eigenbesitz der Familie von Vondern, sondern Dienstmannslehen des Grafen von Kleve geworden waren. Rütger von Vondern besaß das Haus und der Lehnsmann Reep den Hof. Als klevisch-märkisches Lehen kam Vondern später an den Kurfürsten von Brandenburg.

Um 1400 starb mit Dietrich von Vondern das Geschlecht im Mannesstamme aus. Er hinterließ zwei Töchter: Vrederun und Bate. Frederun vermählte sich mit Johann von dem Overhuese, dem seit 1381, also schon zu Lebzeiten Dietrichs, die Erbfolge auf Vondern zugesichert war. Bate war verheiratet mit Rütger von Galen, der vom Hause Sienbeck in Herten bei Recklinghausen stammte.

Im Jahre 1401 teilten die Schwestern, die inzwischen beide verwitwet waren, das väterliche Erbe. Aufgrund des Teilungsvertrages erhielt Vrederun: "Dath Hus tho Vonderen mith der Bauwinge, mit der Molenstede onde mith der Visschereye und allem anderen Zubehör, dath gueth geheiten dat Radelandt und Konradts guedt des Molleners, ferner dath Welkeners Gut, Rowekamps Gut und den Hof zu Osterfeld, auch das Gut den Stocken und das Gut tho Bockholte."

Bate dagegen erbte Dietrichs Güter in Aplerbeck. Außerdem gehörte ihr der Oberhof Arenbögel, später Armeler Hof genannt, der am Fuße des Donnerberges lag. Dazu kam das "Steenhuß upper Emscher", das heute noch steht. Während der Hof Arenbögel zum Kloster Werden gehörte, war das Steinhaus an der Emscher ein Lehen der Grafen zu Limburg-Styrum. Durch diese Teilung wurde der jahrhundertealte Familienbesitz zersplittert.

Aus der Ehe Vrederuns mit 'Johann von dem Oberhaus gingen ebenfalls nur Töchter hervor. Elseken, die älteste von ihnen, war mit Wessel von Loe aus dem Hause Loe bei Mari verheiratet. Bei ihrer Heirat erhielt sie als Mitgift das Haus Vondern, das damit als klevisch-märkisches Lehnsgut an die Familie von Loe kam. Fast 200 Jahre lang ist es in ihrem Besitz geblieben. Die Herren von Loe standen in klevischen Diensten und bekleideten als Hofmeister und Drosten der Ämter Liemers und Holten angesehene Stellungen. Für Vondern ist das Geschlecht derer von Loe nicht ohne Bedeutung, denn es hat nicht nur den durch die Erbteilung zersplitterten Besitz wieder vereinigt, sondern es hat ihn sogar noch bedeutend vermehrt.

Im Jahre 1429 übertrug Wes sei von Loe den größten Teil des Besitzes seinem Sohne Johann, der mit Christine von Eyll vermählt war.

Auf Johann von Loe folgte sein Sohn Wessel, der mit Elisabeth von Berenbrock vermählt war.
Er gewann die restlichen Anteile am Hofe Vondern, indem er sie 1486 und 1491 dem Johann von der Hoven (Haus Hove in Vondern) abkaufte. Somit war nun endlich der Hof vollständig im Besitz derer von Loe.

Wessels Sohn, der den gleichen Namen trug wie sein Vater, heiratete Margarete von Honnepel.
Er war klevischer Hofmeister und Amtmann von Liemers. Er war es, der die heutige Torburg Vondern erbauen ließ.

Quelle: Rüther. in Heimatbum 75 Jahre Oberhausen