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Ein Denkmal voller Leben
BURG VONDERN. Mittelalterlicher Martinimarkt war von mehr als 30 Händlern in historischen Kostümen beschickt.
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Dietrich von Vondern oder Wessel van Loe oder Johann von Willich zu Veen - sie alle wären am Wochenende wohl recht froh gewesen über das bunte Treiben, das in und an ihrer Burg herrschte. Ein "Martinimarkt" hatte das historische Gelände der Burg Vondern besetzt und zwei Tage lang für allerlei Kurzweil gesorgt. Höhepunkt war am Samstagabend ein Martinsfeuer mit Martinsspiel und Mantelteilung, vor der prächtigen Kulisse ein stimmungsvolles Schauspiel. Bedauerlich nur, dass - aufgrund mangelnder Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter - der Zuspruch in begrenztem Rahmen blieb.
So überwogen tagsüber häufig mittelalterlich gewandete Marktbeschicker und -besucher. Das tat dem Bild allerdings keinen Abbruch, zumal drangvolle Enge gar nicht erst aufkam.
Über 30 Händler hatten ihre Zelte und Stände aufgebaut. Aus einer Schmiede dröhnten die Hämmer, zwirbelten die Feilen, die Messern und Schwertern Schliff gaben; per Armbrust versuchten sich Kinder in der Kunst der Jagd auf hölzerne Ziele; Frauen präsentierten Fest- und Alltagsmode des Hochmittelalters; Kräuterweiber vertrieben heilende und duftende Substanzen; aus dem Oberschwäbischen war eine Burgbäckerei angerückt und aus halb Deutschland waren Leute mit Getränken auf Honig-, Quitten- oder Beerenbasis gekommen. Auch ein Buchbinder gab Proben seines Könnens.
Burg Vondern: ein Denkmal voller Leben - zwischen Eisen- und Autobahn. (-ntz)
Märchenhafte Farbigkeit
KONZERT. Großartiges Gitarrenquartett auf Burg Vondern: "Somos Quatro!" begeisterte beim Kammerkonzert am Sonntag mit Mozart und Chick Corea.
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Ihre Namen haben die Musiker des Gitarrenquartetts "Somos Quatro!" auf dem Programm verschwiegen: Beim Konzert auf Burg Vondern hätte man meinen können, das habe Methode. Dabei sind Thomas Hanz und Carsten Linck hier keine Unbekannten mehr. Was sie allerdings mit ihren Mitstreitern Frank Kedzierski und Thomas Scheffki zuwege brachten, zeigte, dass diese erst 2006 gegründete Formation viel mehr ist als nur die Addition von vier Einzelkönnern.
Mitunter verblüffend die Homogenität, die das Ganze oft als eine Riesengitarre erscheinen ließ, von einem Geist beseelt. Das zeigte sich nicht nur bei rhythmischen Vertracktheiten wie zum Beispiel besonders eklatant bei dem Stück von Chick Corea, sondern gerade auch in der Ausnutzung des enormen Farbenreichtums der Gitarre, mit dem etwa in Mozarts "Serenata Notturna" formale Strukturen und ausdrucksmäßige Vielschichtigkeit verdeutlicht wurden.
Bei den Klavierstücken aus Albéniz' "Suite Espanola" hatte man das Gefühl, dass sie überhaupt erst durch die Übertragung auf die Gitarre zu ihrem eigentlichen Wesen zurückgeführt wurden: Zu einer märchenhaften, in den maurischen Wurzeln der spanischen Musik begründeten Farbigkeit. Von eindringlicher Wirkung zwei südamerikanische Originalkompositionen: Leo Brouwers "Cuban landscape with rain", den impressionistischen Ansatz zu einer Art magischem Realismus erweiternd, und "Grises y Soles" von Pujol, ein spannungsvolles Charakterbild der Stadt Buenos Aires im Geiste Piazzollas.
Selbst die Stücke aus Bizets "Carmen", deren Originalklang man im Ohr hat, gewinnen in der Interpretation von "Somos Quatro" unbedingte Authentizität - bis hin zum in Raserei mündenden Tanz in der Schenke.
Alte Burg - junges Publikum
SOMMER-JAZZFEST. Bekannte Dixieland-Kracher und afrikanische Trommeln auf Burg Vondern.
Musikalisch sind sie tief im traditionellen New Orleans-Jazz verwurzelt. Wurzeln zu schlagen liegt den "Friends of Dixieland" bei ihren Auftritten dagegen fern: Ihrem Ruf als gute Marching-Band gerecht werdend marschierten die Musiker am Sonntag auf der Burg Vondern ein. Mit Trompete, Klarinette, Banjo und Sousaphon eröffneten sie lautstark das Sommer-Jazzfest.
Vor mehr als hundert Zuschauern gab die Band bekannte Dixieland-Kracher wie "Ice Cream" oder "Glory! Glory! Hallelujah!" zum Besten. Und das vor wunderbarer Burg-Kulisse mit guter Akustik - Tontechnik war da nicht nötig. Sogar das Wetter diesmal spielte mit.
Trotz Sonnenscheins zog es Jessica Burri anschließend vom Hof in die Burg. Mit zahlreichen Zuhörern im Schlepptau und mittelalterlich gewandet machte sie mit ihrer historischen Dulcimer (ähnlich der Zither) nicht nur Musik, sondern erzählte noch gleich alte Geschichten und Sagen dazu.
In den Auftritten der "Joe-Doll-Concertband" und der Afrika-Trommel-Kombo "Canu" fand das Sommer-Jazzfest ein spritziges und lautes Ende. Die beiden Bands lockten zum Schluss auch noch viel junges Publikum in die Burg, was die Veranstalter besonders gefreut haben dürfte.
Die insgesamt rund sieben Stunden Jazz, Dixieland, Trommel- und historische Musik kamen beim Publikum gut an: Weder eine der drei Bands noch Solistin Jessica Burri durfte ohne Zugabe nach Hause.
Alle, die am Sonntag nicht genug bekommen haben, können sich bereits jetzt den Termin für die nächste Auflage des Sommer-Jazzfestes im Kalender notieren: Am 16. August nächsten Jahres wird auf der Burg wieder gejazzt.
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Jazzfest auf der Burg Vondern
Bottrop, 15.08.2008, Norbert Jänecke
Die Palette am Sonntag reicht von Dixieland bis Weltmusik.
Auf der Burg Vondern steht der kommende Sonntag, 17. August, in der Zeit von 11 Uhr bis etwa 18 Uhr ganz im Zeichen des Jazz.
Das Angebot reicht von den „Friends of Dixieland” bis zur Weltmusik von „Canu”, einer Gruppe, die spannungsgeladene afrikanische Rhythmen mit europäischem Pop und Jazz verbindet. Die Dixie-Freunde Dieter Broelsch (Trompete und Gesang), Heiner Knörchen (Klarinette), Manfred Moekl (Banjo) und Sigi Kramer (Sousaphon) haben schon vor mehr als 35 Jahren zusammen gejazzt.
Gewissermaßen als geschichtsträchtiges Intermezzo im Herrenhaus ist im Anschluss noch einmal die Sängerin Jessica Burri mit ihrem seltenen Instrument Hammered Dulcimer zu hören, die bereits im Oktober vorigen Jahres die Besucher an der Burg Vondern mit Emscherhistorie begeisterte. Ihr Programm „Das sagenhafte Ruhrgebiet” wird auch Bestandteil von Ruhr 2010 sein.
Weiter im Programm geht es mit der „Joe-Doll-Concertband” mit Joe Doll (Gesang), Gerd Breuer (Schlagzeug), Dieter Greifenberg (Piano) und Thomas Cap Gier (Kontrabass).
Die Burg Vondern befindet sich an der Arminstraße 65 in Oberhausen. Eintrittskarten für den Jazz-Sonntag zum Preis von zehn Euro gibt es im Vorverkauf nur telefonisch unter 02041 25 233 oder an der Tageskasse.
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Heiraten am 8.8.
„Die isset und keine andere”
Wer sich gestern das Ja-Wort gegeben hat, wird seinen Hochzeitstag vermutlich nicht vergessen. Und wer den Termin verpasst hat, kann den nächsten nehmen: 20.08.2008.
7.7.2007, das wär's gewesen. An diesem Tag hätten Janine und Frank De Filippo gerne geheiratet. Denn am 7.7. hatten sie ihr erstes Date, vor drei Jahren. Dann hat's aber doch nicht geklappt und jetzt ist es eben der 8.8. geworden. Das scheint das frisch vermählte Paar jedoch nicht zu stören, so verliebt, wie die beiden auf Burg Vondern turteln. Sie sind eins von zwölf Paaren, die sich gestern in historischer Kulisse das Ja-Wort gaben.
Kennengelernt haben sich die 32-jährige Telefonistin und der 45 Jahre alte Leiter einer McDonalds-Filiale im Internet. Eine Woche lang flogen die Mails zwischen Mülheim und Essen hin und her, „dann haben wir gesagt, es ist Zeit, eine Cola trinken zu gehen”, erzählt Janine De Filippo, die damals noch Petersen hieß. „Und nach sechs Monaten sind wir zusammengezogen”. In ihrer Heimat, Oberhausen.
Am Computer auf Brautschau gehen? Auf die Idee würde Raimund Konrad niemals kommen. Muss er auch nicht, der 42-Jährige ist seit 20 Jahren glücklich verheiratet. Zur Burg Vondern kam er gestern in seiner Funktion als Onkel – in zweifacher Mission. Sowohl seine eigene Nichte als auch die seiner Frau hatten sich für das besondere Datum als Hochzeitstag entschieden.
Als Onkel freut Konrad sich über das – zahlreiche – junge Glück, trotzdem schwelgt er lieber in eigenen Erinnerungen: „Früher war mehr Romantik”, sagt er. Er hat seine Frau in der Grundschule kennengelernt und nach einigen Jahren, die er in Norddeutschland verbrachte, wiedergetroffen. „Da wusste ich, die isset und keine andere.” Den Antrag machte er seiner Liebsten ganz romantisch: „im Flugzeug”. Und dann fügt er noch die schönste Liebeserklärung hinzu, die es gibt: „Ich würd' meine Frau sofort wieder heiraten”.
Ein besseres Vorbild als Onkel Raimund kann es für Annika Konrad und Dennis Kamps, in wenigen Minuten auch Konrad, gar nicht geben. Die beiden haben sich beim Fußball das erste Mal gesehen. Er im Trikot, sie am Spielfeldrand. Und dann? „Hat ein Freund vermittelt”, sagt der 26-Jährige. „Der hat so lange genervt, bis ich okay gesagt hab.” Den ersten Kuss gab's im Auto, der Rest habe sich ergeben. Onkel Raimund hat recht: Romantik geht anders. Aber Annika, 23 Jahre alt und mit dem dritten Kind schwanger, macht es nichts aus, dass ihr Noch-Verlobter ihre Geschichte so nüchtern erzählt. Gleich wird geheiratet, das ist das Einzige, was zählt.
Und wen jetzt das Feuer gepackt hat: Das nächste Leichtmerk-Datum ist der 20.08.2008.
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Romane als Spiegel der Geschichte
Willi Fährmann las auf Burg Vondern
"Seine Bücher sind packend und stellen Geschichte interessant dar. Anders als ein Sachbuch", findet Helene Wczesniak. Die 20-Jährige saß ganz vorn, als Willi Fährmann Freitagabend auf Burg Vondern Auszüge aus seinen Werken las. Gerne beteiligte sich der Jugendliteraturpreisträger an der Leseinitiative.
"Meine Romane spielen ja in der Zeitgeschichte. Natürlich hat mich beim Recherchieren und Schreiben auch die Bücherverbrennung interessiert. Sie kommt beispielsweise im Buch ,Unter der Asche die Glut' vor. Die Geschichte spielt nach der Machtergreifung Hitlers", so Willi Fährmann. Auf Vondern hatte sich der gebürtige Duisburger allerdings einen anderen Themenschwerpunkt ausgesucht: Einen Querschnitt durch das Schulleben: "Vieles ist gleich geblieben, vieles hat sich verändert. Das Thema wird aber nie alt und hat mich als Lehrer immer beschäftigt."
Der Autor ging auf eine Zeitreise durch die letzten zwei Jahrhunderte. Man erlebte mit den Protagonisten der Romane, wie 1820 den Schülern das ABC noch "hineingeprügelt" wurde oder wie Amerika-Auswanderer Mitte des 19. Jahrhunderts vor ihrer Abreise Englisch lernten - biblisches Englisch, denn nur Pfarrer beherrschten die Fremdsprache.
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Klezmer, leicht geglättet
KONZERT. Das Ensemble Ningun machte dem Publikum auf Burg Vondern Spaß.
Das Ensemble "Ningun" gehört auf Burg Vondern schon zu den Stammgästen, und ebenso ist es Tradition, dass bei seinen Konzerten das Herrenhaus komplett ausverkauft ist. Allerdings trat das Quartett im Vergleich zum letzten Mal in veränderter Besetzung an: Die Violinistin Ute Kloyer und der Kontrabassist Hubert Poggel waren "alte Bekannte", neu waren der Gitarrist Andreas Heuser und Ruslan Maximovski am Akkordeon. Doch auch dessen schönstes Spiel konnte das Fehlen des typischsten Klezmer-Instruments, der Klarinette, nicht wettmachen.
Bei der in der jüdischen Mystik wurzelnden Klezmer-Musik ist, ähnlich wie beim Jazz, das "Wie" wichtiger als das "Was", das heißt eine stark improvisatorisch-emotionale Spielweise bis hin zu einer Verwischung und "Denaturierung" der Töne machen den Reiz und die Wirkung aus, wenn sich das Ganze nicht einer gefälligen folkloristischen Unterhaltungsmusik nähern soll. Diesem authentischen Sound konnte sich die Violinistin noch am ehesten nähern, vor allem in einigen sehr schönen Solopassagen. Manches wirkte dagegen doch etwas geglättet, mehr "im Stile von. . ." , aber doch so mitreißend, das zwei Zugaben fällig waren.
Einen besonderen Akzent bekam die Veranstaltung durch die Ausstellung einiger "Judenbilder" von Otto Pankok und die Anwesenheit von dessen Tochter Eva, die anschließend auch für Gespräche zur Verfügung stand. Etwas mehr von der existenzielle Wurzeln berührenden Expressivität der Pankok-Bilder hätte ruhig auf die Musik überspringen dürfen - aber vielleicht ist das doch etwas zu viel verlangt.
Roland Dymke
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Traumreise ins Ich
Kerzenlicht und Ziegelmauerwerk, dessen Steine zum Teil eine tausendjährige Geschichte erzählen könnten. Der Vonderner Burgkeller im Konzert.
Ein Kellergewölbe, ca. zwölf mal sechs Meter, befreit vom Staub der Jahrhunderte, mit 50 Polsterstühlen ausgestattet und einem kleinen stimmungsvoll illuminierten Bühnenbereich. So lässt sich das Ambiente des Burgkellers der Burg Vondern beschreiben. An diesem Ort fand das dritte Konzert der Reihe „acoustic music” statt. Veranstalterin Manuela Kaiser blieb ihrem Vorsatz, nur Musiker zu buchen, die ohne Verstärker spielen, nicht treu. Allerdings, so sagte sie: „Bei Dùmbra wird die Elektronik nicht zum Lautmachen eingesetzt, sondern um mittels E-Piano und E-Bass subtile Klangfarben zu erzeugen.” Dazu nutzte Bassist und Tontechniker Guido Bleckmann auch noch eine Loopstation, ein Echogerät und Oktaver. Die interessanten Effekte standen nie im Vordergrund, sondern unterstützten die überwiegend hauchig gesungenen Texte über Fernweh und eine Traumreise ins Ich. Dabei merkte man sofort, dass Dorothee Beckers fast neblige Art zu singen und ihre ätherischen Songstrukturen auf die Erdung durch die Soundideen des Bassisten nur gewartet hatten. Die 25 Zuhörer dankten den Künstlern mit lang anhaltendem Applaus. Die meisten der Anwesenden werden bestimmt am 28. Mai zum Konzert von „Milchkaffee Blau” wieder in den Burgkeller kommen. online burgkeller-vondern.de
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Burg Vondern
Dùmbra ist sphärisch und erdig
Das NuJazz-Duo Dùmbra spielte in mittelalterlich romantischer Atmosphäre des Burgkellers Songs über Fernweh und eine Traumreise ins Ich
Kerzenlicht und Ziegelmauerwerk, dessen Steine zum Teil eine tausendjährige Geschichte erzählen könnten. Ein Kellergewölbe, ca. zwölf mal sechs Meter, befreit vom Staub der Jahrhunderte, mit 50 Polsterstühlen ausgestattet und einem kleinen stimmungsvoll illuminierten Bühnenbereich. So lässt sich das Ambiente des Burgkellers der Burg Vondern beschreiben. An diesem Ort fand jetzt das 3. Konzert der Reihe „acoustic music” statt.Veranstalterin Manuela Kaiser blieb ihrem Vorsatz, nur Musiker zu buchen, die ohne Verstärker spielen, nicht treu. Allerdings, so sagte sie: „Bei Dùmbra wird die Elektronik nicht zum Lautmachen eingesetzt, sondern um mittels E-Piano und E-Bass subtile Klangfarben zu erzeugen.” Dazu nutzte Bassist und Tontechniker Guido Bleckmann auch noch eine Loopstation, ein Echogerät und Oktaver. Die interessanten Effekte standen nie im Vordergrund, sondern unterstützten die überwiegend hauchig gesungenen Texte über Fernweh und eine Traumreise ins Ich. Dabei merkte man sofort, dass Dorothee Beckers fast neblige Art zu singen und ihre ätherischen Songstrukturen auf die Erdung durch die Soundideen des Bassisten nur gewartet hatten. Die 25 Zuhörer dankten den Künstlern mit lang anhaltendem Applaus. Die meisten der Anwesenden werden bestimmt am 28. Mai zum Konzert von „Milchkaffee Blau” wieder in den Burgkeller kommen.
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Flexibles Klangbild
KAMMERKONZERT. Kokopelli-Quartett überzeugte auf Burg Vondern mit Swing- und Bluesgefühl.
In der Kammerkonzert-Reihe auf Burg Vondern war wieder einmal das Kokopelli- Quartett zu Gast. Wer mit dem Begriff "Kammerkonzert" die Vorstellung von ausziselierter, "ernster" Musik, Marke: "Alter Meister" verbindet, könnte ins Meditieren geraten, ob ein Saxophonquartett mit Musik von Gershwin ("Ein Amerikaner in Paris", "Porgy and Bess") oder Bernstein ("West Side Story") dort hingehört - bis er das Quartett mit Thomas Käseberg, Romano Schubert, Georg Niehusmann und Christine Hörmann gehört hat.
Einerseits haben die Vier die Spontaneität, das Swing- und Bluesgefühl , den Sinn für musikalischen Charme, Witz und Humor, der Jazzmusiker auszeichnet, besonders deutlich etwa in den weit über die Originale hinausgehenden Bearbeitungen der Piaf-Chansons. Andererseits verfügen sie aber auch über alle wünschenswerten kammermusikalischen Qualitäten: völlige Homogenität auch in den vertracktesten Bernstein-Rhythmen, ein flexibles, differenziertes Klangbild, das durch intensives Ausformulieren jeder Nuance zustande kommt. So werden langsame Partien häufig besonders gedehnt, ohne sentimental oder manieriert zu wirken.
Die Komplexität einer Musik, die leider häufig genug nur zur Unterhaltung heruntergespielt wird, bekommt so alle wünschenswerte Deutlichkeit. Was will man mehr? (Dy)
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